Soziale Sicherung

In der Bundesrepublik wird ein Paket aus fünf verschiedenen Versicherungen für alle möglichen Lebensrisiken das System der sozialen Sicherung genannt.

  • Für Krankenbehandlung, Kuren, Medikamente, Zahnersatz, Mutterschaftsgeld und Krankengeld ist die Krankenversicherung zuständig. Irgendeine Krankenversicherung müssen alle Bürger haben. Viele Selbstständige können dabei zwischen einer freiwilligen Versicherung in der gesetzlichen und einer privaten Krankenversicherung wählen.
  • Die Pflegeversicherung sichert das Risiko der Pflegebedürftigkeit vor allem im Alter ab. Sie ist ebenfalls eine Pflichtversicherung für alle Einwohner. Ohne sie ist weder eine gesetzliche noch eine private Krankenversicherung zu bekommen.
  • Die Rentenversicherung zahlt nicht nur Alters-, Witwen- und Waisenrenten, sondern auch Rehabilitationsmaßnahmen sowie Renten wegen Erwerbsunfähigkeit. Bei deren Reha-Kuren werden zusätzlich sogar 54 – 60 Prozent des Verdienstausfalls ersetzt. Deshalb ist die gesetzliche Rentenversicherung, die für eine ganze Menge von Selbstständigen eine Pflichtversicherung ist auch teurer als private Lebens- oder Rentenversicherungen, aber gleichzeitig günstiger als die Absicherung auf diesem Niveau über private Versicherungen.
  • Die Arbeitslosenversicherung zahlt bei Arbeitslosigkeit befristet einen Teil des Verdienstausfalls. Sie ist nur für Selbstständige zugänglich, die vorher abhängig beschäftigt und dabei pflichtversichert waren.
  • Die Berufsunfallversicherung (Berufsgenossenschaft) zahlt medizinische Behandlung, Verletztengeld und Renten nach Berufsunfällen und wegen Berufskrankheiten. Sie nimmt Selbstständige als freiwillige Mitglieder auf, Fotografen, Grafik-Designerinnen und einige Gesundheitsberufe sind dort sogar Pflichtmitglied.

Grundinformationen zur Sozialversicherung für Selbstständige

Eine Krankenversicherung ist das Wichtigste. Die muss daher jeder haben, der in Deutschland lebt. Wer kein nennenswertes eigenes Einkommen hat, wird bei den gesetzlichen Krankenkassen via Familienversicherung kostenlos über die Versicherung der Eltern oder der Ehepartner mit versichert. Wer diese Möglichkeit nicht hat, muss sich selbst versichern.

Für Selbstständige sind Kranken- und Pflegeversicherung bei gesetzlichen Kassen nur für einen Mindestbeitrag zu haben: 186,38 € im Monat zahlt als Minimum, wer sich freiwillig gesetzlich versichert. Wer das tun will, muss sich schnell entscheiden: Freiwillig versichern kann man sich nur im Anschluss an eine Pflichtversicherung. Aber die Eile kann sich lohnen, denn eine private Krankenversicherung ist nicht viel billiger zu haben und deren Beiträge explodieren nicht wenn man alt wird, sondern auch wenn Kinder oder eine ganze Familie versichert werden sollen.

Günstiger ist die Krankenversicherung nur für hauptberuflich selbstständige Publizistinnen oder Künstler, zu denen eine ganze Menge Berufe zählen. Sie werden über die Künstlersozialversicherung bei einer Krankenkasse ihrer Wahl versichert. Das hat vor allem zwei Vorteile: Der Mindestbeitrag für die Krankenversicherung liegt wesentlich tiefer und die Künstlersozialkasse (KSK) sammelt die Hälfte des Beitrags bei Auftraggebern und dem Staat ein. Für 76,04 € Mindestbeitrag kriegt man hier schon eine komplette Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Familienversicherung eingeschlossen.

Die KSK nimmt auch Dozentinnen und andere Lehrkräfte auf. Allerdings nur, wenn sie hauptberuflich Publizistik oder Kunst unterrichten. Alle anderen brauches es nicht erst zu versuchen. Das ist besonders ärgerlich in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die dort über die KSK Versicherten bekommen auch hier die Hälfte des Beitrags dazu. Andere Selbstständige, etwa die Dozentin, der Pfleger oder wer nur einen Auftraggeber hat, sind ebenfalls pflichtversichert, zahlen den kompletten Beitrag aber alleine, weil es (noch) keine gesetzlich geregelte Auftraggeberbeteiligung in ihren Branchen gibt.



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Druckdatum: 22.02.2019, 10:51:08
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