Persönliche Ausfallversicherungen

Während Arbeitnehmerinnen über den Arbeitgeber und die gesetzliche Sozialversicherung einen recht weit gehenden Schutz gegen Verdienstausfall durch Krankheit, Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit sowie Schwangerschaft und Kindererziehung haben, müssen Selbstständige sich einen vergleichbaren Schutz teuer erkaufen. Teilweise können sie dazu aber ganz gut die gesetzlichen Sozialversicherungssysteme in Anspruch nehmen:

  • Eine Entgeltfortzahlung bei Krankheit gibt es für Selbstständige nur theoretisch, wenn sie mit einem Dienstvertrag arbeiten (es sei denn, sie ist vertraglich vereinbart). Einzige Ausnahme: Bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben arbeitnehmerähnliche Freie ein tarifvertragliches Recht auf einen Zuschuss zum Krankengeld.
  • Den Verdienstausfall bei langen Krankheiten sichert für die meisten Pflichtmitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung das gesetzliche Krankengeld ab – für KSK-Mitglieder allerdings erst ab dem 43. Krankheitstag; auch "normale" Selbstständige und unständig Beschäftigte können diesen Anspruch erwerben, wenn sie statt des ermäßigten den 0,6 Prozentpunkte höheren Normalbeitrag zur Krankenversicherung zahlen oder – für ein Krankengeld zu einem früheren Termin – einen Wahltarif abschließen.
  • Der Verdienstausfall an den ersten Krankheitstagen lässt sich theoretisch zwar auch über eine private Krankentagegeldversicherung absichern – die Prämien für eine solche Versicherung vom ersten Krankheitstag an sind aber kaum bezahlbar.
  • Für Verdienstausfall und Erwerbsunfähigkeit nach Berufsunfällen oder bei Berufskrankheiten kommt die Berufsgenossenschaft auf.
  • Gegen anders verursachte Erwerbsunfähigkeit bietet die gesetzliche Rentenversicherung nur einen geringen Schutz; eine belastbare Absicherung ist nur mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung möglich.
  • Für den Verdienstausfall bei Schwangerschaft, Geburt und Kindererziehung gibt es verschiedene Absicherungen:
    • Den Verdienstausfall bei Schwangerschaft sichert nur die gesetzliche Krankenversicherung mit dem Mutterschaftsgeld vernünftig ab. Das wird auch an Selbstständige gezahlt, sofern sie mit Anspruch auf Krankengeld versichert sind.
    • Für die Erziehung von Kindern haben auch Selbstständige Anspruch auf Elterngeld.
    • Wer kranke Kinder pflegen muss, kann dafür – wenn er oder sie in der gesetzlichen Krankenversicherung mit Anspruch auf Krankengeld versichert ist – Kinderkrankengeld bekommen. Allerdings erst ab der siebten Krankheitswoche des Kindes und zeitlich begrenzt.


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Soziale Sicherung
Verdienstausfall mindern mit Krankengeld und Übergangsgeld



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Quelle: www.mediafon.net//mediafon/mediafon2004/ratgeber_haupttext.php3?id=40e04fb6944bc&ref=e_40e01b93dca21&si=5a7e19d206184&view=print&lang=1&key=&wp=1
Druckdatum: 23.02.2019, 14:09:03
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