Betriebliche Ausfallversicherungen

Für Selbstständige, deren Betrieb aus mehr als einer Arbeitsecke im Wohnzimmer besteht, reicht das Krankengeld als Ausfallversicherung für den Verdienst oft nicht aus, wenn wegen einer Krankheit der Inhaberin oder anderer Katastrophen der Betrieb eingestellt werden muss: Mieten, Zinsen und gegebenenfalls auch Gehälter müssen trotzdem weiter bezahlt werden. Hier bieten die Versicherungsgesellschaften einen bunten Strauß verlockender Policen an, die jedoch alle einen großen Nachteil haben: Sie sind nicht eben billig. Aber immerhin sind sie Betriebsausgaben und können – im Gegensatz zur Krankentagegeldversicherung – steuerlich voll abgesetzt werden.

Neben Forderungsausfallversicherungen (wenn Kunden ihre Rechnungen bezahlen) kommen hier vor allem Betriebskostenversicherungen für die laufenden Betriebskosten in Betracht.

Wer Personal beschäftigt, bekommt im Fall des Falles den größeren Teil der Ausgaben für die Entgeltfortzahlung bei Krankheit und Mutterschaft der Angestellten zurück. Genau dafür werden die entsprechenden Umlagen U1 und U2 auf die Gehälter gezahlt. Aus den Umlagen bekommen kleine Betriebe damit den größeren Teil ihrer Ausgaben für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie für das Mutterschaftsgeld an ihre Beschäftigten zurück. Die Teilnahme am Umlageverfahren U1 ist für Betriebe mit bis zu 30 Beschäftigten Pflicht; die Umlage U2 ist unabhängig von der Betriebsgröße Pflicht für alle Arbeitgeber.

Einen etwas anderen Charakter hat die Insolvenzgeldumlage, die ebenfalls von den gesetzlichen Krankenkassen eingezogen wird. Aus ihr wird das Insolvenzgeld finanziert, mit dem Arbeitnehmern im Fall der Insolvenz ihres Arbeitgebers der ausgefallene Lohn ersetzt wird. Die Insolvenzgeldumlage beträgt 0,06 Prozent der Lohnsumme und ist von allen Arbeitgebern, nicht aber von Soloselbstständigen zu entrichten. Die haben schließlich auch keine Zahlungsverpflichtungen gegenüber Beschäftigten bei der eigenen Insolvenz.



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