Rechtsschutz absichern

Rechtsschutzversicherungen decken in der Regel alle Anwalts- und Gerichtskosten für Rechtsstreitigkeiten, soweit die Chance besteht den Rechtsstreit zu gewinnen. Bestehen definitiv keine Erfolgsaussichten, etwa weil das Thema schon von obersten Gerichten klar entschieden wurde, oder soll ein Prozess "mutwillig" geführt werden, kann der Versicherer die Übernahme von Prozesskosten verweigern. In diesem Fall - Details regeln jeweils die AGB des Versicherers - ist meist ein für beide Seiten verbindliches Schlichtungsverfahren vorgesehen: Eine Anwältin begründet auf Kosten des Versicherers in einer Stellungnahme ob und warum Erfolgsaussichten bestehen und ob die Kosten für eine gerichtliche Auseinandersetzung in einem angemessenen Verhältnis zur Forderung stehen.

Nicht versichert sind Schadenersatzforderungen (dazu sind die Haftpflichtversicherungen da); nicht versicherbar sind Geldstrafen und -bußen. Gewerkschaftsmitglieder sind auch in diesem Bereich besonders günstig gestellt: Der berufliche Rechtsschutz ist im Mitgliedsbeitrag bereits enthalten. Der sollte allerdings nicht mit einem umfassenden betrieblichen Rechtsschutz verwechselt werden, der beispielsweise auch Streitigkeiten mit Konkurrenten und Lieferanten abdeckt und daher das Mehrfache eines durchschnittlichen Gewerkschaftsbeitrags kostet: Der gewerkschaftliche Rechtsschutz greift insbesondere beim Streit mit Auftraggebern. Wer einen kompletten betrieblichen Rechtsschutz sucht, muss eine entsprechende Versicherung abschließen.

Für den privaten Rechtsschutz gibt es vergünstigte Gruppenangebote für Gewerkschaftsmitglieder. Wer so eine Privatrechtsschutzversicherung abschließen will, kann sich das Angebot der Rechtsschutz Union anschauen: ver.di-Mitglieder bekommen dort Rabatte von 15 bis 25% auf die normalen Tarife. Das entsprechende Grupenangebot ist zu finden auf der Seite des ver.di-Mitgliederservice.

Generell rät die Stiftung Warentest seit 2017, eine laufende Rechtsschutzversicherung nicht bedenkenlos zugunsten einer neuen, vorgeblich günstigeren zu kündigen. Im Finanztest-Heft 8/2017 hat die Stiftung einen Test von Rechtsschutzpaketen (Privat, Beruf, Verkehr) im Familientarif veröffentlicht und konstatiert: "Neue Verträge sind zum Teil erheblich schlechter als noch 2014" und nur noch 14 von 54 Versicherungen mit "gut" bewertet. Am besten schnitten dabei die Tarife "PBV Best" der Allianz, "Premium" von DAS/Ergo und "PBV Optimal" von WGV mit jeweils der Note 1,6 ab. Knapp dahinter rangieren Angebote von Advocard, Bruderhilfe und Huk24 bzw. Huk-Coburg. Der Tarif "Comfort" der Rechtsschutz Union übrigens rangiert in diesem Test mit einer Note von 2,3 auf dem sechsten Rang der Bewertungen. Finanztest rät, auf jeden Fall eine Selbstbeteiligung zu prüfen, die den Tarif massiv senken kann. Als Prämie muss man bei den günstigsten Versicherungen bei einer Selbstbeteiligung von 150 € mit rund 300 € pro Jahr rechnen. Günstiger kann es gegebenenfalls für Gewerkschaftsmitglieder werden, wenn sie einen Spezialtarife ohne Arbeits- und Sozialrechtsschutz finden – denn der ist ja bereits im Mitgliedsbeitrag enthalten. Das gleiche gilt für Seniorinnen und Senioren, die keinen Berufsrechtsschutz mehr brauchen: Sie können einen entsprechenden Seniorentarif abschließen.

Last not least bekommen ver.di-Mitglieder in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Mieterbund eine kostenlose Mietrechtsberatung für private (nicht für gewerbliche) Mietstreitigkeiten: Montags und Dienstags von 12 – 14 Uhr, Donnerstags von 18 – 20 Uhr unter der Telefonnummer 020 2232373.

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