Pauschale Berechnung der Vorsteuer

Künstlerinnen, Autoren und den meisten Handwerkerinnen und Einzelhändlern traut der Gesetzgeber offenbar keine großen Rechenkünste zu. Er erlaubt ihnen nämlich, statt die Umsatzsteuer mühsam aus Bergen von Belegen herauszurechnen, die Vorsteuer einfach pauschal nach einem definierten Prozentsatz vom Umsatz zu berechnen.

Diese "Berechnung nach Durchschnittssätzen" hat zwei große Vorteile: Zum einen besteht die ganze Umsatzsteuererklärung dann nur noch aus drei Rechenschritten. Eine Journalistin etwa darf ihre Vorsteuer mit 4,8% ansetzen. Bei 50.000 Euro Umsatz rechnet sie dann nur noch:

  • Eingenommene Umsatzsteuer 7% von 50.000 = 3.500 €,
  • Vorsteuer pauschal 5,2% von 50.000 = 2.400 €,
  • An das Finanzamt abzuführen 3.500 – 2.400 = 1.100 €.

Fertig ist die Umsatzsteuererklärung! Der zweite Vorteil ist, dass die pauschal berechnete Vorsteuer oft höher ist als die einzeln ermittelte. Immer dann, wenn für den Job nur wenige Betriebsausgaben zu tätigen sind.

Erlaubt ist diese Methode einfach einen Durchschnitt anzugeben laut Anlage zur Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung in zahlreichen Handwerks- und Handelsberufen sowie unter anderem für selbstständige

  • Bildhauer: 7,0%,
  • Kunstmalerinnen und Grafiker (künstlerische – keine Grafikdesigner): 5,2%,
  • Journalistinnen (Wort und Bild): 4,8%,
  • Bühnen-, Film-, Funk- und Fernsehmitarbeiter: 3,6%,
  • Hochschullehrerinnen (für die nebenberuflich selbstständige Tätigkeit): 2,9%,
  • Schriftstellerinnen und Komponisten: 2,6%.

Einzige Bedingung: Der Umsatz darf im vorangegangenen Jahr nicht mehr als 61.356 € betragen haben. Details dazu, wie man dieses Prinzip am schlauesten anwendet, stehen in unserem Detailtext zum Thema.

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