Spezial-Unfallversicherungen (Beispiel Berufsmusiker)

Während die Berufsgenossenschaften den Grad der Erwerbsminderung nach einem Berufsunfall (und damit die Höhe der Verletztenrente) individuell bestimmen, wobei auch der erlernte Beruf eine Rolle spielt, gehen normale private Unfallversicherungen stur nach der "Gliedertaxe" vor. Dort sind etwa Mundverletzungen, die für eine Oboistin dauerhafte Arbeitsunfähigkeit bedeuten können, gar nicht vorgesehen; für den Verlust eines kleinen Fingers, der für einen Pianisten das Ende seiner Berufstätigkeit bedeutet, zahlen allgemeine Unfallversicherungen etwa fünf Prozent der vollen Invaliditätsleistung.

Auf solche Besonderheiten nehmen einige Spezialunfallversicherungen für bestimmte Berufe mit besonderen "Gliedertaxen" Rücksicht. Ein Beispiel ist die Berufsmusiker-Unfallversicherung, die Mitglieder der ver.di-Fachgruppe Musik als Gruppenversicherung abzuschließen können. Hier beträgt die Invaliditätszahlung – bezogen auf die volle Zahlung bei 100-prozentiger Invalidität – bei Verlust

  • des Gehörs auf einem Ohr 70% (normal: 30%),
  • eines Auges 80% (normal: 50%),
  • eines Fingers 100% (normal: 5 – 20%).

Individuell berücksichtigt wird auch, welche Körperteile für welchen Beruf von besonderer Bedeutung sind. Entsprechend beträgt die Invaliditätszahlung für Tasteninstrumentalisten oder Schlagzeugerinnen bei Gliederverlust

  • eines Beines oder Fußes 100% (normal 40 – 70%),
  • einer Armes ode einer Hand 100% (normal 55 – 70%).

Ein Prämienbeispiel: Für 75.000 € volle Invaliditätsleistung und 10.000 € im Todesfall beträgt die Prämie (im ermäßigten Tarif für Mitglieder) je nach Beruf 7,78 oder 8,24 € im Monat. Details und ggf. aktuellere Werte - auch für andere Musikberufe - finden sich in einem Informationsblatt der ver.di-Fachgruppe Musik. Bei der können sich Interessierte ein unverbindliches Angebot machen lassen:
ver.di Fachgruppe Musik, Paula Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
Fax 01805 8373431-2333, E-Mail: musik@verdi.de


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