Hier geht es zum übergeordneten Kapitel

'Rürup-Rente' für Selbstständige

Die Rürup-Rente, die offiziell Basisrente heißt, ist im Kern ein reines Steuersparmodell. Sie wurde für gut verdienende Selbstständige eingeführt, die nicht der gesetzlichen Rentenversicherung unterliegen und damit keinen Zugang zur Riester-Rente als staatlich bezuschusste Privatvorsorge haben. - Anfang April 2019 nannte der Sozialminister die Rürup-Rente ausdrücklich als Vorsorgeform, die bei einer für 2020 erwarteten Vorsorgepflicht aller Selbstständigen als Alternative zur gesetzlichen Rentenversicherung anerkannt werden soll.

Das Grundprinzip der Basisrente ist einfach:

  • Man schließt eine konventionelle oder fondsgebundene Rentenversicherung oder einen Fondssparplan ab, die nicht in einem Einmalbetrag ausgezahlt werden dürfen, sondern zu einer lebenslangen Rente führen müssen, die frühestens ab dem 63. Lebensjahr (bei Alt-Verträgen bis 2012, ab dem 61. Lebensjahr) ausgezahlt wird.
  • Die Beiträge hierzu – im Jahr 2019 bis zu einer Höhe von 24.305 € pro Person – sind teilweise als Sonderausgaben absetzbar, und zwar in 2019 zu 88%. Der absetzbare Prozentsatz steigt jedes Jahr um zwei Prozentpunkte, bis er im Jahr 2025 die 100% erreicht.
  • Die spätere Rente muss dafür dann teilweise oder ganz versteuert werden: Der steuerpflichtige Anteil steigt von 56 Prozent für Renten, die im Jahre 2008 begannen, auf 100 Prozent für alle Renten, die 2040 oder später beginnen. (Das genaue Verfahren der Berechnung ist noch ein wenig komplizierter und wird hier nicht weiter aufgedröselt.)

Ein wesentlicher Vorteil der ”Rürup-Rente” ist, dass sie "Hartz-IV-sicher" (d.h. das angesparte Kapital muss nicht "verbraucht" werden, bevor es Arbeitslosengeld II gibt) und im Insolvenzfall vor Pfändung geschützt ist; ihr größter Nachteil, dass das angesparte Kapital im Todesfall verloren ist. Hier bieten einige Anbieter allerdings eine zusätzlich versicherbare Hinterbliebenenrente bzw. eine Mindestzahldauer der Rente an, die im Todesfall dann eben den Hinterbliebenen zugute kommt. Auch Berufsunfähigkeitsrenten sind bei einigen Anbietern zusätzlich abschließbar. Sinnvoll ist es, wegen der schwankenden Einkommen Selbstständiger, einen Vertrag zu wählen, der Sonderzahlungen und eine Änderungen der Einzahlungsraten erlaubt.

Mehr Informationen und Tests verschiedener Angebote finden sich auf der Website der Stiftung Warentest.

Wir schrieben schon auf der Einführungsseite zum Thema: "Da es hier um ein reines Steuersparmodell geht, empfiehlt sie sich vor allem für Selbstständige, die ein hohes Einkommen (also einen hohen Steuersatz) haben und hohe Beiträge für ihre Altersvorsorge aufbringen." Vielleicht zur Ergänzung der Hinweis auf einen Artikel in einem Anleger-Magazin vom November 2018, der die hohen Renditen und weitere Vorteile für Besserverdienende (sachlich richtig) anpreist. - Aber diese Vorteile gelten eben nur für die...







  Link zu dieser geschützten SeiteSeite drucken