Rürup-Rente für Selbstständige

Die Rürup-Rente, die offiziell Basisrente heißt, ist im Kern ein reines Steuersparmodell. Sie wurde für gut verdienende Selbstständige eingeführt, die nicht der gesetzlichen Rentenversicherung unterliegen und damit keinen Zugang zur Riester-Rente als staatlich bezuschusste Privatvorsorge haben. Das Grundprinzip der Basisrente ist einfach:

  • Es wird eine konventionelle oder fondsgebundene Rentenversicherung oder einen Fondssparplan abgeschlossen. Die Auszahlung darf nicht als Einmalbetrag erfolgen, der Vertrag muss zu einer lebenslangen Rente führen müssen, die frühestens ab dem 63. Lebensjahr (bei Alt-Verträgen bis 2012, ab dem 61. Lebensjahr) ausgezahlt wird.
  • Die Vorsorgebeiträge sind – im Jahr 2026 bis zu einer Höhe von 30.826 € pro Person – als Sonderausgaben von der Steuer absetzbar. Der absetzbare Prozentsatz stieg seit 2005 kontinuierlich, seit 2023 sind die Kosten (bis zur Maximalhöhe) komplett abzugsfähig. 
  • Die spätere Rente muss teilweise oder ganz versteuert werden: Der steuerpflichtige Anteil steigt kontinuierlich und soll im Jahr 2040 die 100 % erreichen. (Das genaue Verfahren der Berechnung ist komplizierter und wird hier nicht weiter aufgedröselt.)

Ein wesentlicher Vorteil der ”Rürup-Rente” ist, dass sie bei der Grundsicherung nicht angerechnet wird. Das angesparte Kapital gehört also zum Schonvermögen und muss nicht "verbraucht" werden, bevor es die Grundsicherung gibt. Im Insolvenzfall ist es zudem vor Pfändung geschützt. Der größter Nachteil der Basisrente ist, dass das angesparte Kapital im Todesfall verloren ist. Einige Anbieter bieten allerdings eine zusätzlich versicherbare Hinterbliebenenrente bzw. eine Mindestzahldauer der Rente an, die den Hinterbliebenen zu Gute kommt. Sinnvoll ist es, wegen der schwankenden Einkommen Selbstständiger, einen Vertrag zu wählen, der Sonderzahlungen und eine Änderungen der Einzahlungsraten erlaubt.

Mehr Informationen und Tests verschiedener Angebote finden sich auf der Website der Stiftung Warentest. Die hat unter anderem eine FAQ zur Rürup-Rente erstellt (Stand November 2021) und empfiehlt lieber in (genauso absetzbare) freiwillige Rentenbeiträge zu investieren, statt in einen Rürup-Vertrag: "Derzeit ist die gesetzliche Rentenversicherung die bessere Altersvorsorge – auch für nicht in der gesetzlichen Renten­versicherung pflicht­versicherte Selbst­ständige" denn deren "'Umlage­verfahren' ist nicht vom Kapitalmarkt abhängig – derzeit ein Vorteil."

Wir schrieben schon auf der Einführungsseite zum Thema: "Da es hier um ein reines Steuersparmodell geht, empfiehlt sie sich vor allem für Selbstständige, die ein hohes Einkommen (also einen hohen Steuersatz) haben und hohe Beiträge für ihre Altersvorsorge aufbringen." Zur Ergänzung die Zusammenfassung des Artikels von Bastian Kunkel im dup-Magazin (4.3.26):  "Die Basisrente lohnt sich vor allem dann, wenn man gut verdient und Steuern sparen will, Altersvorsorge wirklich 'wegschließen' will (...). Wenn man dagegen maximale Flexibilität will, dann ist Rürup meist der falsche Schuh."

Auch bei der Basisrente gibt es  – wie bei Riester-Renten – verschiedene Angebote mit unterschiedlichem Sicherheits- und Renditeniveau. Je nachdem ob vor allem und in welchen Anteilen in festverzinsliche Anleihen und/oder Aktien investiert wird variieren die (garantierten) Renditen der Vorsorge. Generell jedoch stellt 'Finanzwende' in einer Studie vom März 2026 fest, sehr viele Rürup-Versicherungen brächten Verluste, denn "ein guter Teil des eingezahlten Geldes landet erst gar nicht in ihrem Spartopf" sondern bei den Versicherern.


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