Alg II – Antrag und Auszahlung

Zuständig für das Arbeitslosengeld II sind in den meisten Kommunen sowohl die Arbeitsagentur als auch die Gemeinde. Da die frühere Konstruktion der Aufgbenteilung für verfassungswidrig erklärt wurde, wurde die Verwaltung dieser "Arbeitsgemeinschaften" zwischenzeitlich verändert: Seit 01.01.2011 tragen sowohl die gemeinsamen Einrichtungen als auch die zugelassenen kommunalen Träger die Bezeichnung Jobcenter.

Wer Arbeitslosengeld II bekommen will, muss zunächst einen Fragebogen ausfüllen, der vor einiger Zeit "vereinfacht" und dabei von ursprünglich 16 auf nunmehr vier Seiten komprimiert wurde, dafür aber jetzt zusammen mit den je nach persönlichen und Familienverhältnissen geforderten Anlagen leicht auf über 20 auszufüllende Druckseiten kommt. Darin wird vor allem nach dem Vermögen, eventuellen anderen Mitgliedern der Bedarfsgemeinschaft, den Einnahmen und der Wohnung gefragt.

Bewilligt wird das Arbeitslosengeld II dann jeweils für mehrere Monate – in der Regel für sechs. Danach muss man einen neuen Antrag stellen. Ändern sich vorher die Lebensverhältnisse oder hat man unverhoffte Einnahmen, von denen man bei Antragstellung noch nichts wusste, so muss man das der Stelle, die das Alg II bewilligt hat, sofort mitteilen. Dann wird das Alg II von dem Monat an neu berechnet, in dem die Änderung eintrat.

Gezahlt wird das Arbeitslosengeld II maximal rückwirkend zum Anfang des laufenden Monats in dem der Antrag gestellt wird. Wer Probleme mit dem Fragebogen hat oder noch nicht alle Unterlagen zusammen hat, kann auch erst mal einen formlosen Antrag stellen und den Fragebogen später nachreichen.

Unter bestimmten Bedingungen – etwa wenn ein Antragsteller eine Wohnung besitzt, die er nicht selbst bewohnt, deren Verkauf aber unwirtschaftlich wäre – besteht auch die Möglichkeit, dass das Arbeitslosengeld II nur als Darlehen gezahlt wird.


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