Betriebsausgabenpauschalen

Selbstständige können nur solche Beträge als betriebliche Kosten absetzen, die sie tatsächlich und nachweislich ausgegeben haben. Ein pauschaler Betriebsausgabenabzug ist nur ganz wenigen Berufen – und ihnen auch nur in sehr bescheidenem Umfang – erlaubt: Laut einem von den Ländern übernommenen Rundschreiben des Finanzministeriums vom 21.1.1994 (BStBl 1994 I S. 112) und dem inhaltsgleichen Hinweis 18.2 zu den Einkommensteuer-Richtlinien erkennen die Finanzämter ohne Einzelnachweis als Betriebsausgaben an

  • 30% vom Umsatz, aber höchstens 2.455 € im Jahr bei hauptberuflich selbstständiger
    • schriftstellerischer oder
    • journalistischer Tätigkeit,
  • 25% vom Umsatz, aber höchstens 614 € im Jahr bei nebenberuflicher
    • künstlerischer,
    • schriftstellerischer,
    • wissenschaftlicher,
    • Vortrags-, Lehr- oder Prüfungstätigkeit (dazu zählt sogar nebenberuflicher Nachhilfeunterricht).

Günstiger als beim Einzelnachweis fährt mit diesen Betriebskostenpauschalen allerdings nur, wer nur geringe Einkünfte und niedrige Betriebsausgaben hat: Die Höchstbeträge entsprechen einer Kappung ab einem Jahresumsatz ab 8.183 € bei hauptberuflicher und ab 2.456 € bei nebenberuflicher Selbstständigkeit. – Steuerrechtlich gilt übrigens als Nebenberuf jede Tätigkeit, die im Kalenderjahr maximal ein Drittel eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs umfasst. Auch dann, wenn dies die einzige Berufstätigkeit ist. Dies und die weiteren Kriterien der Nebenberuflichkeit hat der Bundesfinanzhof in seinem Urteil VI R 188/87 vom 30.3.1990 definiert. Details zu dieser Definition finden sich in unserem Text zum Übungsleiterfreibetrag unter dem Punkt 4.

Wenn die Pauschale in Anspruch genommen wird, sind damit sämtliche Betriebsausgaben abgegolten, können also nicht noch zusätzlich geltend gemacht werden. – Die einzige Ausnahme sind die Kosten für eine beruflich bedingte doppelte Haushaltsführung. Die können zusätzlich zur Pauschale geltend gemacht werden. Da das offenbar selbst vielen Finanzämtern unbekannt ist: Es steht im Bundessteuerblatt 76 II S. 192 bzw. im Rundschreiben des Bundesfinanzministeriums IV B 6 - S 2355 - 24/89 vom 27.12.1989.

Etwas anders konstruiert ist die Betriebsausgabenpauschale für Tagespflegepersonen: Tagesmütter, die fremde Kinder in der eigenen Wohnung betreuen, können pro Kind und Monat pauschal 300 € als Betriebsausgaben ansetzen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Betreuungszeit mindestens 40 Stunden in der Woche beträgt. Ist die Betreuungszeit kürzer, muss die Pauschale entsprechend (proportional) gekürzt werden. Findet die Betreuung in der Wohnung der Eltern des Kindes statt, entfällt die Pauschale. Während ihres Urlaubs oder bei Krankheit darf die Tagesmutter die Pauschale nur abziehen, wenn sie das Betreuungsentgelt auch weiter bezahlt bekommt.

Der Übungsleiterfreibetrag entfällt in diesen Fällen, er kann also nicht zusätzlich zur Betriebskostenpauschale geltend gemacht werden.

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