Anmeldung beim Finanzamt

Wer Geld verdient, egal aus welchen Quellen, muss das dem Finanzamt mitteilen. Das macht man üblicherweise mit der Steuererklärung im Jahr nach dem Geldeingang. Da der Staat bei neu gegründeten Unternehmen aber nicht so lange auf die ersten Steuern warten möchte, verlangt er von ihnen – auch bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit – eine Anmeldung beim Finanzamt.

  • Gewerbetreibende brauchen dazu nichts weiter zu tun, wenn sie ihr Gewerbe schon angemeldet haben: Das Ordnungs- oder Gewerbeamt leitet ihre Gewerbeanmeldung automatisch an das Finanzamt weiter. Wer allerdings schnell eine Steuernummer braucht, kann sich dort auch von sich aus melden.
  • Freiberuflich Selbstständige müssen sich innerhalb eines Monats nach Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit direkt beim Finanzamt melden. Ein Anruf oder ein formloser Brief reicht dazu aus.

Zuständig ist das Finanzamt des Bezirks, in dem sich die Betriebsstätte (wenn es außerhalb der Wohnung keine gibt: der Wohnsitz) befindet. Das Finanzamt erwartet nach der Mitteilung, dass die Selbstständigkeit aufgenommen wurde, dass der Betriebseröffnungsfragebogen ("Fragebogen bei Anmeldung eines Unternehmens/einer Personengesellschaft") elektronisch ausgefüllt wird. Darin werden Angaben zur Tätigkeit und zu den erwarteten Einkünften und Umsätzen erfragt.

Nach Abgabe dieses Fragebogens teilt das Finanzamt dem neuen Unternehmen auch eine Steuernummer zu. Die Steuerformulare, die früher ungefragt zugeschickt wurden, muss man sich heute über die elektronische Steuererklärung via Elster besorgen.

Gegen Leute, die aus irgendwelchen Gründen die Gewerbeanmeldung oder die Anmeldung beim Finanzamt versäumt haben, kann theoretisch ein Zwangsgeld verhängt werden. Passiert aber in der Regel nicht. Spätestens die Steuererklärungen im folgenden Jahr müssen dann aber pünktlich eingehen. Sonst kann es teuer werden.

Eine frühzeitige Anmeldung beim Finanzamt kann übrigens die Liquidität auch verbessern: Wer zu Anfang hohe Investitionen tätigt, bekommt in der Regel eine Umsatzsteuererstattung. Aber eben erst, wenn die Anmeldung beim Finanzamt erfolgt ist und die entsprechenden Umsatzsteuervoranmeldungen abgegeben werden.